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Was ist der Unterschied zwischen Wunsch und Fantasie?

Aktualisiert: 22. Jan.

Dieser Text widmet sich dem sexuellen Potenzial von Wünschen und Fantasien. Und nein, das sind nicht die gleichen Dinge. Ein Wunsch zerrt sich danach, in Realität umgesetzt zu werden. Eine Fantasie befindet sich in deinem Kopf und befeuert von dort deine Erregung. Zu schwammig für dich?

Die Saga der feinen Unterschiede geht weiter. Nachdem ich in meinem letzten Blog-Artikel Fetisch und Kink auseinander-definiert habe, schließe ich mit Fantasie vs. Wunsch an. Und nein, eine Fantasie und ein Wunsch sind nicht das selbe.



Was ist denn nun der Unterschied?

Wenn du dir die Begriffe selbst einmal genauer anschaust, wirst du schnell auf die Lösung kommen. Eine Fantasie ist etwas, das deiner Kreativität entspringt und in deinem Kopf wohnt. Ein Wunsch ist etwas, das deiner Kreativität entspringt und in die echte, reale Welt übersetzt werden möchte.



Ein bekanntes Beispiel: Der Dreier

Egal ob MMF (Mann-Mann-Frau) oder FFM (Frau-Frau-Mann) oder ein Dreier, bei dem Geschlechter ohnehin keine Rolle spielen, die Idee des sexuellen Akts, mit zwei Personen gleichzeitig zu schlafen, ist weit verbreitet. Ob es sich dabei allerdings um eine Fantasie handelt oder um einen Wunsch, erkannt man im ersten Moment nicht immer. Das merkt man oft erst, wenn es womöglich wirklich so weit kommt.


Und dann kann aus der Fantasie, von mehreren Männern gleichzeitig begehrt zu werden, vielleicht ein Alptraum werden, weil das doch recht viele Schwänze sind. Und die sollen alle irgendwie in dich rein??!

An der Stelle sei gesagt, dass auch Dreier oder Gruppensex natürlich sehr individuell gestaltbar sind und man nicht automatisch von mehreren Personen gleichzeitig penetriert wird - Consens first, my friends.


Handelt es sich um einen Wunsch, merkt man das vermutlich an der großen Aufregung. Statt Furcht und Schrecken macht sich freudige Nervosität breit.



Ein anderes Beispiel: Sex in der Öffentlichkeit

Handelt es sich um einen Wunsch, dann will man es unbedingt erleben und erkundet Orte, an denen das möglich wäre: Der Busch auf der Wiener Donauinsel, die Toilette im Club, die dunkle Parkbank, ...

Soviel ist aber wichtig: achtet auch die Integrität der umgebenen Menschen und den Schutz von Kindern! Das freudig-feurige Erlebnis könnte sonst unverhoffte Nachwirkungen mit sich ziehen.


Fantasierst du darüber, dann reicht der Gedanke daran, von anderen Menschen erwischt werden zu können aus, um deine Erregung in die Höhe zu treiben. Solltest du dann wirklich mal in so einer Situation sein, verschwindet deine Erregung und du findest es dann plötzlich so gar nicht mehr geil.


Erkennst du den Unterschied?



Warum ist die Unterscheidung wichtig?

Zum einen geht's hier um Klarheit in deinem Kopf. Hast du schon mal echt perverse Gedanken gehabt, über die du instinktiv schockiert warst. Vielleicht hast du dich auch geschämt, das gedacht zu haben. Und außerdem würdest du das sowieso nicht wollen. Tadaa... eine Fantasie!


Du wirst sie vermutlich weggeschoben haben. Und das kannst du selbstverständlich auch weiterhin machen. Was aber, wenn du dem Gedanken nachgibst und dir erlaubst, ihn zu denken? Vielleicht unlockst du dadurch eine befreiende Lust in dir. Und das, obwohl du es nie auslebst. Weil das willst du nicht.


Es klingt etwas paradox und kann gerade deswegen unheimlich viel Spaß machen. Wenn du dir erlaubst, Fantasien zu haben, schaffst du es also zum einen, dir selbst leichter zu begegnen - auch den etwas schockierenden Gedanken - und zum anderen erfährst du mehr darüber, welche realen Schritte du wirklich setzten möchtest. Das ist spitze, denn dein Sexleben wird erfüllender, wenn du deine Wünsche in die Realität umsetzt.



Wie nutze ich Fantasien am besten?

Ich liebe den Begriff "Erregungspotenzial". Er wirkt zwar im ersten Moment klobig und unsexy, ist aber gefüllt mit Lust. Du und ihr könnt deine Fantasien nutzen, um deine Erregung in die Höhen zu treiben, indem du/ihr das Potenzial zugänglich machst/macht.


Du fantasierst von einem Dreier? Dann verbinde dir die Augen und lass dich sowohl vom Penis deines Partners als auch von einem Dildo durchnehmen. Oder baue eine Geschichte, in der vor deiner Tür die nächste Person schon wartet.


Eine deiner Fantasien dreht sich darum, beobachtet zu werden? Dann nutze doch Musik, um eine Soundkulisse zu erzeugen, die dem öffentlichen Platz, an dem du beobachtet werden möchtest, am nächsten kommt.


Du fantasierst über den Kollegen oder einen Vorgesetzten? Los geht's. Hol sie in dein Bett, indem du dir selbst Geschichten erzählst. Dieses "Was wäre wenn" hat unfassbares erotisches Potenzial.


Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch das obszöne hat Platz. Du bist die einzige Person, die sich Regeln gibt. Lass zu, dass deine Lust von etwas befeuert wird, das dich geil macht, wenn du es dir vorstellt und das du sowieso niemals wirklich erleben willst.



Soll ich Fantasien mit meinem Partner kommunizieren?

Keine Ahnung. Willst du? Müssen tust du es selbstverständlich nicht. Vielleicht gibt es auch Fantasien, die du für dich behalten möchtest. Vielleicht betreffen einige davon deinen Partner nicht und du nutzt sie sowieso nur, wenn du masturbierst.


Beim gemeinsamen Sex können Fantasien zum Einsatz kommen - ob ausgesprochen oder nicht. Meine Empfehlung lautet hier: Sei achtsam den Gefühlen deines Partners gegenüber. Besonders, wenn es um Fantasien geht, die deinem Partner womöglich verletzten könnten, erkläre ihm in einem offenen Gespräch, dass du nicht wirklich mit deinem Chef schlafen willst, sondern dich diese Machdynamik anmacht oder sein Bart oder das Parfum. All das sind Aspekte, die du dann auch mit deinem Partner ausleben kannst.


Und wenn du es nicht kommunizieren willst, achte auf deine Gefühle. Du sollst nicht das Gefühl haben, deinen Partner zu hintergehen.



Wie kann ich meine Wünsche verwirklichen?

Gute Frage. Gegenfrage: Bist du in einer Beziehung oder Single? No worries. Egal, welchen Beziehungsstatus du hast, du kannst theoretisch deine Wünsche verwirklichen. Das eine erfordert Kommunikation und das andere zusätzlich die richtigen Kanäle.



Wünsche in Beziehungen

Bist du in einer Beziehung wird es nötig sein, dass du mit deinem Partner darüber sprichst. Immerhin brauchst du seinen Konsens, wenn du ihn in deinen Wunsch einbauen möchtest. Sowas anzusprechen ist für einige nicht immer leicht. Wie das geht, sprengt aber den Rahmen dieses Blog-Artikels, deshalb gibt's da bald einen eigenen dazu.



Als Single in 2024?

Auch wenn du Single bist, kannst du mit einmaligen sowie regelmäßigen Sex-Kumpanen deine Wünsche ausleben. Ich bin da Fan von "Honesty first", also Ehrlichkeit kommt zuerst. Sag ehrlich, was du dir wünscht und dann lass dein Gegenüber entscheiden, ob das für ihn auch passt. Oder du gehst auf Plattformen, bei denen es von vornehinein klar ist, dass es sich lediglich um eine Wunsch-Befriedigung handelt.



Masturbieren olé

Und zu guter Letzt: Masturbieren. Masturbieren. Masturbieren. Wenn du es dir selbst besorgst, gibst du dir den Konsens. Nutze deswegen die Zeit mit dir, deinen Solosex, deine Wünsche zu erfüllen.


Wolltest du schon immer anal penetriert werden, hast aber keinen Partner, der das mit dir macht. Go for it!

Masturbieren auf der Restaurant-Toilette. Sounds awesome!

Deine Pisse trinken. You do you!

Im Dinokostüm und Nippelklemmen am Karneval durch die Stadt ziehen? Who cares?



Deine Aufgabe zum Schluss

Egal ob Wunsch oder Fantasie: Schreib eines auf, das dir einfällt. Überleg dir, wie du das in deinem Leben umsetzten kannst. Entweder als Erregungspotenzial oder als reales Erlebnis. Los! Nachdenken und Aufschreiben!

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1 Comment


Guest
Feb 02

Freu mich schon auf den nächsten Beitrag! :)

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