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Was ist die Klitoris? Und was kann sie?

Aktualisiert: 5. März

Die Klitoris hat mehr zu bieten, als nur diesen kleinen Knopf, der an der Spitze der Vulva thront. Sie ist ein 9-12 Zentimeter grosses Organ und erstreckt sich unter der Hautoberfläche weit in den weiblichen Körper hinein. Das gesamte Gewebe kannst du für deine Erregung und Lust nutzen! Statt "Finde den Punkt" geht es für mich heute deswegen um "Verstehe das Wunder".


 


Die "aufregende" Geschichte der weiblichen Lust

Erstmals wurde die Klitoris 1559 von dem Anatomen Realdo Colombo in seinem Werk De Re Anatomica beschrieben. Er nannte sich selbst den Entdecker des "Platzes der weiblichen Lust". Der war sicher mega sympathisch. Danach gab es zwar immer mal wieder Erwähnungen der Klitoris, aber beforscht wurde sie dann sehr lange Zeit nicht mehr.


Erst 1998 veröffentlichte dann die australische Urologin Helen O'Connell ihre Forschungsergebnisse zur Anatomie der Klitoris. Zwölf Jahre später, also 2010 präsentierte sie als erste Person ein 3D Modell der Klitoris, das die volle Größe und das enge Nervengestrüpp zeigte.


Trotz dieser langen Geschichte hat es die wahre Form und Funktion der Klitoris noch nicht in alle Köpfe geschafft. Dann wollen wir das mal ändern, oder?



Die wahre Form und Funktion der Klitoris

Die Klitoris ist 9-12 Zentimeter groß und erstreckt sich weit hinein in den Körper einer Frau*. Ihre Form erinnert grob die eines Penis und auch einige Begriffe werden dich an die Benennung von Bereichen des Pens erinnern.


Die Klitorisspitze, euch -Eichel genannt, thront über allem und ist deswegen so bekannt, weil sie als einziger Teil der Klitoris außen liegt. Sie ist geschützt durch die Klitorisvorhaut, oder auch -Schaft. Ohne diese schützende Haut wäre zum Beispiel Fahrradfahren ziemlich schmerzhaft.

Was es auch für einige Frauen ist, wenn die Vulvalippen und/oder der Schaft sehr klein sind und deswegen viel Druck direkt auf das Nervengestrüpp an der Klitorisspitze gelangt.


An dieser Spitze sitzen 8k Nervenenden. Das ist verdammt viel. Doppelt so viel wie auf der männlichen Eichel, um genau zu sein. Also richtig arg viel. Wenn diese Nerven zu heftig stimuliert werden, stellt sich für viele Frauen ein Taubheitsgefühl ein. Werden sie richtig stimuliert, löst das ein Feuerwerk der Erregung aus. Wie das richtig geht, beschreibe ich in einem anderen Blogartikel - das würde den Rahmen hier sprengen.



Die Spitze ist aber nur die Spitze des Eisbergs

Hihi, ich werd' gleich spitz von den ganzen Spitzen.


Es gibt dann noch die Klitorisschenkel. Sie ziehen sich von der Klit-Spitze länglich bis in die Ansätze der Oberschenkel - unter der Haut. Die Schenkel machen den gesamten Bereich rund um die Vulva sensibel. Wenn du also deine Oberschenkel-Ansätze und die äußeren Vulvalippen streichelst, stimulierst du indirekt deine Klitoris. Da steckt echt viel erotische Power dahinter.


Und nun zu meinem Lieblings-Klitoris-Teil: Die Vorhofschwellkörper. Diese ziehen sich von der Spitze nach unten Richtung Anus und liegen rechts und links vom Vaginaleingang. Warum ist das mein Liebling? naja, wenn wir diesen Bereich gut stimulieren, dann wird unsere Empfindsamkeit am Vaginaleingang höher.


Das ist super für das allgemein vorherrschende Sexualverhalten: Penetration. Besonders in heterosexuellen Beziehungen ist der sexuelle Fokus auf der Penetration. Warum das so ist und warum es nicht unbedingt förderlich ist, beantworte ich in einem anderen Blog-Beitrag. Das tolle an den Vorhofschwellkörpern: Wir Frauen können durch sie unser Erleben bei der Penetration selbstständig verbessern.



Trainiere deine Empfindsamkeit

Alles, was du wissen musst, um deine Empfindsamkeit zu trainieren, ist, dass sensorische Reize im Gehirn verarbeitet werden und dann erst als erregend eingestuft werden. Das passiert in sekundenschnelle und genau das kannst du für dich einfacher gestalten. Je öfter du Bereiche in deinem Körper berührst, desto stabiler und schneller werden diese Verbindungen in deinem Gehirn und desto mehr Reize nimmst du wahr.



Trainiere deinen Vaginaleingang, indem du ihn dauerhaft mehr Beachtung schenkst.

Ich weiß, dass viele Frauen beim Masturbieren sich hauptsätzlich auf die Klitorisspitze konzentrieren. Das ist auch logisch, dort sind die meisten Nervenenden und wir sind an dieser Stelle schon unglaublich trainiert. Das bedeutet: Wir spüren dort einfach schon sehr viel.


Da dann eine andere Stelle zu trainieren (den Vaginaleingang zum Beispiel) klingt im ersten Moment nach einem Minus der Erregung. Ja, das kann sein. Wenn du aber nachhaltig an deiner Erregung feilen möchtest, solltest du auch andere Stellen aktivieren. Sonst bist du beim Sex mit einer Person auf genau diese Stimulation der Klit angewiesen. Und das geht nicht immer.



Das Säulen-Prinzip

Mein Ziel ist es, dass deine Lust auf vielen Säulen steht. Du sollst nicht länger darauf angewiesen sein, dass du genau diese eine Form der Stimulation erlebst, sondern mit vielen unterschiedlichen Formen in hohe Erregung kommen können. Die Stimulation anderer Klitoris-Bereiche ist eine Säule davon. Lass ab von der schnellen, eintönigen Stimulation der Klit-Spitze und beziehe in nächster Zeit die volle Klitoris mit ein.



Deine Aufgabe

Deine heutige Aufgabe lautet: Masturbiere mal anders bzw. masturbiere generell, falls du das sonst nicht tust.


Berühre dich und lass neue, sensible Bereiche entstehen, indem du sie nutzt und die neuronale Verbindung stärkst. Nach und nach wirst du mehr Erregung wahrnehmen und deine Lust wird stabil auf verschiedenen Säulen stehen.

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