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Wie funktioniert sexuelle Anziehung? *Chemie-Edition*

Wir wollen uns alle gut fühlen. Für viele geht das unter anderem über körperliche Nähe und Sex. Doch bevor Sex stattfindet, ist die Frage nach der sexuellen Anziehung zu klären. Da gibt es verschiedene wissenschaftliche Ansätze, die ich extrem spannend finde. Heute am Programm: Chemie.



Sexuelle Anziehung ist die Basis für guten, innigen Sex. Ohne geht's zwar auch, nur bleibt's dann eher auf der Oberfläche. Heute ist die Chemie dran. Let's do it!


 

Die Chemie der Liebe

Bei einem Vortrag von Dr.in Nicole Morgenroth-Mann konnte ich sehr interessante Einblicke in die Chemie der Liebe erhalten und damn, we're interesting! Als ob wir das nicht eh schon alle wussten. Es ist aber immer wieder schön, neue spannende, aufregende Aspekte an uns Menschen kennenzulernen. Bei dem Vortrag ging es vorrangig um Pheromone beim Menschen, die - überraschenderweise - allerdings noch nicht nachgewiesen wurden.



Es gibt keine menschlichen Pheromone?!

Bei Tieren gibt es genügend Beispiele, wie über extrem flüchtige Botenstoffe Männchen oder Weibchen angelockt werden oder generell andere Informationen transportiert werden. Beim Menschen mangelt es da aktuell (Februar 2024) noch am Nachweis.


Fakt ist, dass angenommen wird, dass auch Menschen Pheromone als Botenstoff nutzen. Nicht klar ist allerdings, wie wir das tun - weder der Ausstoß noch das Aufnehmen ist bislang klar, auch nicht die Wirksamkeit und der chemische Aufbau. Erst, wenn wir das verstehen, kann die Wissenschaft die Existenz von Pheromonen bestätigen. Well, Pech gehabt.



Was hat das mit sexueller Anziehung zu tun?

Das ist eine gute Frage. Wie ist das bei dir? Meistens denken Menschen, wenn es um die chemische Erklärung für sexuelle Anziehung geht, als erstes an Pheromone. Du doch auch, oder? Tja, da fehlt nur leider die wissenschaftliche Grundlage. Was schon gut erforscht ist, ist der Einfluss von MHC auf unsere Partner:innenwahl. Der Major Histocompatibility Complex liegt an der DNA des Menschen und ist beinhaltet die Informationen zu unserem Immunsystem.



Es geht mal wieder um die Fortpflanzung

Wenn man davon ausgeht, dass der Urinstinkt Sex zu haben auf Fortpflanzung zurückgeht, dann scheint es logisch, wenn sich Menschen mit einem möglichst unterschiedlichen MHC zusammentun. Dadurch wären Nachkommen besser vor unterschiedlichen Gefahren geschützt. Ziel ist also, dass das Genmaterial möglichst weit auseinander liegt = super starke Nachkommen. Praktisch, oder?


Ja voll, denn so kann sichergestellt werden, dass nicht durch unwissentliche Inzucht Nachkommen mit schwachen Immunsystemen entstehen. Die Menschheit ist gesichert!


The thing is: we want to have sex without having to worry about those babies.



Attention all Pill-Takers!

Die Anti-Baby-Pille bzw. hormonelle Verhütung hält den Körper davon ab, einen Eisprung zu haben. Um das zu schaffen, täuscht man dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vor. Schwangere Menschen suchen in dieser empfindlichen Zeit nach der Sicherheit der eigenen Gruppe. Das heißt, dass man in dieser Zeit, Menschen um sich haben möchte, die einen ähnlichen MHC haben.


Und jetzt wird's problematisch.



Ein Beispiel: Clara liebt(e) Tom

Clara nimmt die Pille seit sie 16 Jahre alt ist und hat mit 20 Tom kennengelernt. Sie sind seit 6 Jahren in einer schönen, innigen Beziehung. Der nächste Schritt für sie ist ein Kind. Clara setzt die Pille ab und fühlt sich plötzlich nicht mehr so von Tom angezogen, wie zuvor.



Warum ist das so?

Da Clara durch die Pille eine "Schein-Schwangerschaft" erlebte seit sie 16 war, fühlte sie sich von Tom, einem Mann mit ähnlichen MHC angezogen, denn der bot das Gefühl von Sicherheit. Als sie dann die Pille abgesetzt hat, um ein gemeinsames Kind zu bekommen, lernte sie Tom das erste Mal ohne dem Sicherheitsbedürfnis kennen. Und jetzt haben ma' den Salat.


Auch ohne direkte Verwandtschaft kann der MHC ähnliche Werte aufweisen. Inzucht nach Definition ist also hier kein Thema.



Was ist ein Ausweg?

Bevor ich zu Auswegen komme, möchte ich darauf hinweisen, wie groß der Einfluss von hormoneller Verhütung auf das Leben von Frauen sein kann. Es betrifft auch die Partner:innenwahl. Der Partner hat großen Einfluss auf den Verlauf des Lebens und allein schon diese Erkenntnis ist ziemlich krass.


Falls du dich selbst in so einer Situation befindest, sei dir bewusst, dass es verschiedene Auswege gibt - sowohl solche, die die Beziehung retten als auch solche, bei denen du dich neu-orientierst. Der MHC ist einer von vielen Parametern, die für die Anziehung zu einem Menschen mitverantwortlich ist. Womöglich ist eine Lösung, die Stärkung von anderen Parametern.


Nothing's lost und Chemie war eh nie mein Lieblingsfach in der Schule.

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